Rettet den Vorgarten!

Vorgarten mit grüner Allee
© BGL

Vor Gebäuden – Banken, Büros und anderen Geschäftshäusern ebenso wie vor Eigenheimen – entdeckt man immer öfter eine Gartenform, die sich dadurch auszeichnet, dass sie das ganze Jahr über gleich aussieht. Statt Vegetation und abwechslungsreicher Gestaltung gibt es hier vor allem Steine – als Kies- oder Schotterbelag.

Insbesondere in Neubaugebieten scheint sich die Versteinerung vor den Häusern immer mehr auszubreiten. Vor einem Jahr wurde deshalb die Initiative „Rettet den Vorgarten“ ins Leben gerufen, deren erstes Ziel es ist, die Motive der Gartenbesitzer von kargen Kiesgärten zu verstehen und Argumente für eine gärtnerisch lebendige Flächennutzung zu sammeln.

Seitdem ist viel passiert: Zwar konnte die fortschreitende Versiegelung der Flächen vor Büro- und Wohngebäuden noch nicht gestoppt werden und auch die Kies- und Schottergärten sind nicht verschwunden – aber es wurde eine weitreichende Diskussion angestoßen und Bewusstsein für die negativen Folgen geschaffen, die diese Entwicklung hin zum Grau und weg vom Grün hat.


Die Initiative soll mittelfristig dazu führen, dass Hausbesitzer den Wert der Fläche vor dem Gebäude für sie selbst, aber auch für die Nachbarschaft, das Stadtbild und schließlich die Atmosphäre im direkten Lebensumfeld wieder schätzen und mit lebendigen Pflanzen gestalten wollen.

Denn ein begrünter Vorgarten kann ein Haus nicht nur einladend und freundlich aussehen lassen, in Zeiten des Klimawandels hat er noch weitaus mehr Aufgaben: Er ist Teil des öffentlichen Grünraums in der Straße und damit Spiel- und Naturerfahrungsraum für Kinder, Lebensraum für Tiere und Pflanzen und – technisch betrachtet – Versickerungsfläche für Regenwasser. An heißen Tagen ist die Verdunstung auf den vielen kleinen Gartenflächen entscheidend für das Wohlbefinden im direkten Lebensumfeld der Menschen.

Im Rahmen von „Rettet den Vorgarten“ wurde auch eine Facebook-Seite gestartet. Zu sehen sind dort Fotos von gelungenen und weniger gelungenen Vorgärten und es gibt Informationen, Tipps und Diskussionen rund ums Thema. Mehr unter www.facebook.com/Rettet.den.Vorgarten.