Brandschutz an der Fassade

Brandschutz an der Fassade
© djd/Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme e.V.

Wie sicher ist die Wärmedämmung des Eigenheims? Der Hochhausbrand in London und die Räumung eines Gebäudes in Wuppertal haben bei vielen Hausbesitzern zu Fragen geführt. Doch mit den heute üblichen Systemen zur energetischen Modernisierung haben diese Fälle wenig zu tun.

So ist mittlerweile bekannt, dass am Londoner Hochhaus kein Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) angebracht war, sondern eine Bekleidung mit Platten aus einem entzündlichen Aluminiumverbundmaterial. Das Wuppertaler Gebäude wiederum wurde in den 1960er-Jahren erbaut, als noch keine Brandschutzvorgaben wie heute existierten.

Umso wichtiger ist es für Hausbesitzer, beim Dämmen darauf zu achten, dass der neueste Stand der Technik auch wirklich berücksichtigt wird.

Zugelassene Dämmsysteme kontinuierlich verbessert

Gerade für WDVS mit dem oft verwendeten Dämmstoff Polystyrol (EPS) wurden die Vorschriften zum Brandschutz in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Seit Januar 2016 etwa sind zusätzliche Brandriegel vorgeschrieben, um bei großen Brandquellen vor der Fassade den Schutz weiter zu erhöhen.

Damit Dämmsysteme mit dem Dämmstoff Polystyrol (EPS) als schwerentflammbar gelten können, werden seit über 20 Jahren immer wieder umfangreiche Prüfungen durchgeführt. „In ergänzenden Tests wurde nachgewiesen, dass selbst Zündquellen wie Silvesterraketen oder Molotowcocktails nicht zum Entflammen führen“, erläutert Ralf Pasker, Geschäftsführer Dämmsysteme beim Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM). Stattdessen bedürfe es der längeren Einwirkung großer Zündquellen, bis es überhaupt zu einem Entflammen kommen könnte.

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Planung und Dämmung nur durch erfahrene Fachleute

Entscheidend für die Dämmung der eigenen Immobilie sei es, ausschließlich geprüfte und zugelassene Systeme zu verwenden und diese von erfahrenen Profis verarbeiten zu lassen, erklärt Pasker weiter: „Fachbetriebe des Maler- und des Stuckateurhandwerks kennen die Vorschriften und können vor Ort die Anforderungen für das Gebäude beurteilen.“ Auch die Berater der Verbraucherzentralen sowie Energieberater sind Ansprechpartner für eine unabhängige Beratung.

Wichtig ist es in jedem Fall, die Ausführung der Dämmung den Fachleuten zu überlassen. Nach Abschluss der Arbeiten ist eine kurze Dokumentation der ausgeführten Dämmmaßnahmen vorgeschrieben. Daraus geht hervor, welche Brandeigenschaften das System aufweist und welche zusätzlichen Brandschutzmaßnahmen eingebaut wurden. Dieses Dokument sollte gut aufbewahrt werden. Hilfreich ist es etwa bei späteren Sanierungsmaßnahmen.


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